Design for a 
banknote-series 
for the Eurozone
February 2018
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Studienarbeit innerhalb des Kurses »Entwurf einer Geldscheinserie für die Eurozone« bei Professor Andreas Uebele an der Hochschule Düsseldorf.

 

Die Neugestaltung einer Geldscheinserie – für ein bestehendes Währungssystem – bietet die Optionen, sich an etablierten Scheinen zu orientieren oder einen neuen Ansatz zu erarbeiten. Sollten etablierte Bilder beibehalten werden, um eine Akzeptanz in der Bevölkerung zu gewährleisten; oder sind bisherige Ansätze veraltet beziehungsweise nicht funktional? Kommt es auf die Ästhetik, die Funktion oder eine Kombination dessen an?

 

Bisherige Gestaltungen verschiedener Währungen sind häufig mit nationalen und historischen Bildern belegt, welche ihrer Funktion in heutigen, vereinten Gesellschaften – wie der Eurozone – nicht mehr gerecht werden. Es wird somit eine neue Gestaltung aus grundsätzlichen Überlegungen zur Funktion eines Geldscheins heraus entwickelt. Die Aufgabe eines Scheins ist es, einen Wert zu repräsentieren, der in unserem Gesellschaftssystem als anerkanntes Zahlungsmittel dient. Es ist wichtig, dass dieser Wert erkannt und von anderen Werten unterschieden werden kann. Hierbei darf nicht nur auf eine optische Erfassung und Unterscheidung eingegangen werden, auch eine haptische Erfahrung sollte geschaffen sein.

 

Die erste haptische Erfahrung eines Geldscheins ist das Ertasten des Formats. Das neue Format hat ein Seitenverhältnis von doppelter Breite zur Höhe und steigt innerhalb der Serie mit einer immer gleichbleibenden Prozentzahl an Flächenzuwachs. Die zweite haptische Erfassung des Wertes wird durch das Druckrelief erzeugt. Es befindet sich unter Anderem an der rechten Kante des Scheins.

 

Zur optischen Erfassung der Geldscheine dient die typografische Ebene mit Zahlen, die den Wert angeben und eine Farbcodierung. Die verwendete Schrift ist die OCR-B von Adrian Frutiger aus 1968. Es handelt sich um eine maschinenlesbare Schrift, die in gängige Schrifterkennungssoftware eingearbeitet ist. OCR steht für optical character recognition. Es handelt sich außerdem um eine äquidistante Schrift (nichtproportionale Schrift), weshalb die Zeichenabstände nachträglich nicht angepasst wurden.

 

Ist die Erfassung des Wertes gewährleistet, geht es um einen weiteren zentralen Aspekt in der Gestaltung eines Geldscheins. Es handelt sich um die Fälschungssicherheit. Hier gibt es verschiedene Verfahren. In der rechten Spalte ist eine Auflistung aller Inhalte und Sicherheitsmerkmale zu sehen, die aktuell auf einem Euro-Schein vorhanden sind. Eine Kombination dieser beiden Gestaltungsaspekte – der Erfassung des Wertes und der Fälschungssicherheit – ergibt jedoch nicht das gewöhnliche Bild einer Währung, wie wir sie kennen. Die Visualisierung durch die Kombination der funktionalen Gestaltungsaspekte stellte sich als schwierig heraus. Eine einheitliche visuelle Sprache muss ohne jedes formgebende Element erzeugt, und eben doch in eine Form gebracht werden. An welchem Punkt braucht die rational funktionale Anordnung von Elementen das Irrationale um zur Gestaltung zu werden?

 

Als formgebender Gestaltungsaspekt wurde das Thema europäische Identität aufgegriffen. Was vereint uns, was teilen wir? Zum einen ist es die Natur, in der wir leben; das Anti-Kopier-Raster weist eine Abstraktion eines Holz-Querschnittes auf. Vorbilder waren europäische Bäume wie die Birke, die Douglasie, die Esche, der Olivenbaum, die Steineiche und die Zeder. Zum anderen teilen wir uns die Kunstgeschichte; der Hologrammstreifen zeigt Ausschnitte aus der europäischen Malerei der vergangenen Jahrhunderte. Gezeigt werden Darstellungen des Himmels und der Pflanzen von Malern wie Caspar David Friedrich, Claude Monet, Vincent Van Gogh oder Hans Makart. Die Mikrotypografie stellt auf einer Größe von zwei Punkt verschiedene europäische Literatur vor. Alle Sicherheitsmerkmale sind in gleich-breiten Streifen nebeneinander angeordnet und können sich variabel überlagern um ihren Sicherheits-Effekt zu steigern.

 

 

 

Study project within the course »Design of a banknote series for the Eurozone« by Professor Andreas Uebele at the University of Applied Sciences Düsseldorf.

 

The redesign of a banknote series – for an existing monetary system – offers the options of orientating itself on established notes or developing a new approach. Should established images be maintained to ensure public acceptance; or are previous approaches obsolete or not functional? Does it depend on the aesthetics, the function or a combination of it?

 

Former designs of different currencies are often covered with national and historical images, which no longer fulfill their function in today's united societies – such as the eurozone. Thus, a new design is developed out of fundamental considerations regarding the function of a bill. The purpose of a bill is to represent a value that serves as a recognized means of payment in our social system. It is important that this value can be recognized and distinguished from other values. Here, not only an optical detection and differentiation must be considered, also a haptic experience should be created.

 

The first haptic experience of a bill is the format. The new format has an aspect ratio of double width to height and increases within the series with a constant percentage of area increase. The second haptic detection of the value is the print relief. It is located on the right edge of the bill.

 

For optical capture of the bills, the typographic level is provided with numbers indicating the value and a color coding. The font used is the OCR-B by Adrian Frutiger from 1968. It is a machine-readable font, which is incorporated in common letter recognition software. OCR stands for optical character recognition. It is also an equidistant font (nonproportional font), which is why the character spacing was not adjusted later.

 

If the recognition of the value is guaranteed, there is another key aspect in the design of a banknote. It is the counterfeit security. There are different procedures here. The right-hand column shows a list of all contents and security features that are currently used on a Euro bill. However, a combination of these two design aspects – the capture of value and the security against counterfeiting – does not give the ordinary picture of a currency as we know it. The visualization through the combination of functional design aspects turned out to be difficult. A unified visual language must be created without any formative element, and yet be brought into a form. At what point does the rational functional arrangement of elements need the irrational to become design?

 

As a form-giving design aspect, the topic of European identity was taken up. What unites us, what do we share? For one, it is the nature in which we live; the anti-copy grid has an abstraction of a wood cross-section. Models were European trees such as the birch, the Douglas fir, the ash, the olive tree, the holm oak and the cedar. On the other hand, we share art history; the hologram strip shows excerpts from European painting of the past centuries. Shown are depictions of the sky and plants of painters such as Caspar David Friedrich, Claude Monet, Vincent Van Gogh or Hans Makart. The microtypography presents on a size of two points different European literature. All security features are in equal-width stripes alongside arranged one above the other and can overlap variably to increase their safety effect.

 

 

 

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